Internetsperren in Deutschland
Saturday, April 25. 2009
Seit knapp einer Woche gibt es einen Gesetzentwurf zum Sperren von Kinderpornographie und schon soll die Umsetzung mal wieder ganz anders aussehen, als der Entwurf. Jetzt soll in Echtzeit geprueft werden, wer welche Seiten aufruft- "Die auf den Stopp-Server zulaufenden Anfragen, also zum Beispiel die IP-Adresse des Nutzers, werden als Kopie live an eine Überwachungsanlage der Strafverfolgungsbehörde ausgeleitet und dort verarbeitet." Staudigl, Justizministeriums-Pressesprecher
Man muss also mit Hausdurchsuchungen rechnen, wenn man diese Seiten "aufruft". Da reicht es schon, wenn man Spam bekommt und das Emailprogramm Bilder laedt, die im HTML-Teil der Mail eingebettet sind. Waere doch mal witzig, allen Mitgliedern des Bundestages gleichzeitig so eine mail zu schicken und dann sehen, wie schnell das Gesetz wieder gekippt wird
Irgendwie erinnert mich das an Operation Himmel (zu Weihnachten wurde gegen 12000 Konsumenten von Kinderpornografie ermittelt, aber so gut wie alle Verfahren eingestellt). Man produziert enorme Datenmengen, die nichts aussagen. Und es kuemmert keinen, was mit den Menschen passiert, die zu unrecht verdaechtigt worden sind- den Ruf des Paedophilen wird man doch nie wieder los. Egal, ob es stimmt oder nicht.
Von einer Blacklist mit gesperrten Seiten zu einer whitelist, in der nur noch staatskonforme Internetseiten gelistet sind, ist es auch nur noch ein kleiner Schritt.

